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Regierungssprecherin dementiert: Keine Einmischung Merkels in italienische Koalitionsverhandlungen

vor 1 Monat
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Bundeskanzlerin Merkel soll sich laut italienischen Medien direkt in die Koalitionsverhandlungen zwischen PD und Fünf-Sterne-Bewegung eingemischt und insistiert haben, die Koalition "um jeden Preis" durchzuführen, um Salvini auszubremsen. RT fragte auf der BPK nach.

Derzeit sorgt in Italien eine Hintergrundreportage über die Koalitionsverhandlungen zwischen Fünf-Sterne-Bewegung und der sozialdemokratischen PD (Partito Democratico) der renommierten Tageszeitung Repubblica für Furore. In der Reportage wird ausgeführt, dass die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern standen, da die Granden der PD, wie z.B. auch der ehemalige Premier und immer noch aktiver Strippenzieher in der Partei, Matteo Renzi, die Bedingungen der Fünf-Sterne für eine Koalitionsregierung als "inaccettabile" (unanehmbar) bezeichneten.

Just in diesem Moment soll laut Darlegung der Repubblica, die als PD-nah gilt und zudem durch eine generell EU- und Merkel-freundliche Berichterstattung auffällt, ein Anruf der deutschen Kanzlerin die Parteizentrale der PD: "[...] Das Nazareno [umgangssprachlich für die Parteizentrale der PD] erhielt einen Anruf von Angela Merkel, wahrscheinlich auf das Handy von Paolo Gentiloni [ehemaliger PD-Ministerpräsident bis Juni 2018 und aktuell von von der Leyen nominierter EU-Kommissar]. Die Regierungsbildung müsse um jeden Preis durchgeführt werden, um die Souveränisten [die Lega unter Salvini] zu stoppen, so die Botschaft der Kanzlerin."

Der Verweis auf den Anruf von Merkel bei der PD während den laufenden Koalitionsverhandlungen erscheint allerdings erst im achten Abschnitt des Repubblica-Artikels und wird als völlige Normalität behandelt. Andere italienische Zeitungen griffen dieses "Detail" jedoch umgehend auf, und holten den Anruf der Kanzlerin in die Schlagzeile, etwa die Tageszeitung Il Giornale.

Daraufhin erhob sich ein Sturm der Entrüstung, unter dem Motto: "Povera Italia di nuovo sotto il comando della Germania"(Armes Italien unterliegt schon wieder dem Kommando Deutschlands). In Deutschland selbst griff kein Medium diese Meldung auf. Lediglich der ehemalige Verfassungschutzpräsident Hans-Georg Maaßen griff die Meldung in einem Twitter-Post auf.

Die Behauptung von Maaßen, das die Kanzlerin in diesem Zusammenhang "eine Erleichterung bei den Staatsschulden" zugesagt hätte, wird allerdings zumindest von dem Ursprungsartikel bei Repubblica, auf den sich alle anderen Zeitungen beziehen, nicht gestützt.

RT Deutsch-Redakteur Florian Warweg wollte auf der Bundespressekonferenz am 13. September von der Regierungssprecherin Ulrike Demmer wissen, ob die Bundesregierung bestätigen kann, dass dieser Anruf von der Kanzlerin Merkel, wie von Repubblica geschildert, stattgefunden hat. Doch statt zu dementieren, erklärte die Regierungssprecherin, dass sie von diesen Meldungen noch nichts gehört habe. Nach einigem hin und her, bei dem die Merkel-Sprecherin, immer wieder insistierte, dass sie von den Medienberichten nichts wisse, aber den Anruf auch nicht grundsätzlich dementieren wollte, kam dann die Kehrtwendung. Das Bundespresseamt hätte sie gerade informiert: "Es hat dieses Telefonat nicht gegeben."

Sollte eine der renommiertesten Zeitungen Italiens, zudem PD-nah und in ihrer Berichterstattung der Kanzlerin fast immer sehr zugetan, tatsächlich einen Anruf von Angela Merkel erfunden haben? Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

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#Bundespressekonferenz #AngelaMerkel #EinmischungItalien