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Drewermanns Märchenwelt (Folge 3) - "Das Mädchen ohne Hände"

vor 6 Tagen
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In der dritten Sendung der Märchenwelt-Serie "Von einem der auszog" interpretierte und analysierte der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann das Märchen "Das Mädchen ohne Hände" der Brüder Grimm. "Das Märchen von dem "Mädchen ohne Hände" liest sich als die Beschreibung des schwierigen, jedoch überaus lohnenden Weges, den ein Mensch gehen muss, dem sein ganzes Leben als Schuld und nur als Schuld erscheinen musste", sagt Eugen Drewermann. Aus urheberrechtlichen Gründen bleiben die Musikeinspielungen ausgeblendet. Beantwortung von Hörerfragen ab 44:50.
Eugen Drewermann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Märchen und anderen literarischen Werken, die er tiefenpsychologisch und religionsphilosophisch deutet. "Das Mädchen ohne Hände" lässt sich von seinem Vater beide Hände abhacken, um den Vater vor dem Teufel zu retten. Es übernimmt extreme Verantwortung für das Seelenheil beider. Der Vater, der bereit ist, das eigene Kind zu verstümmeln, um dem Teufel zu entrinnen, muss dem Mädchen schon "teuflisch" vorkommen. Ein "Mädchen ohne Hände" ist bereit alles zu opfern, denn schon die eigene Existenz empfindet es als Bürde und „Schuld“. Dadurch ist es gehemmt und unfähig, das eigene Glück und Geschick in die Hände zu nehmen.
Die zweite männliche Figur im Leben des Mädchens muss ihr "göttlich" vorkommen. Denn der König verlangt nichts von ihr, er umsorgt sie, schenkt ihr neue Hände. Aber diese Fürsorge entmündigt das Mädchen, nach und nach entfremden sie sich. Der König „entflieht“ aus der Ehe, zieht in die Fremde. Der Teufel nutzt dies, um Misstrauen zu säen, die Kommunikation zu stören. Wieder muss das Mädchen fliehen, dieses mal jedoch hat sie ihren Sohn "schmerzenreich" zu umsorgen.
Das Mädchen wächst im Exil auf, lernt, dass das persönliche Glück nicht von anderen Menschen abhängig sein kann. Ihm wachsen neue Hände. Und so findet der König sie vor, als vollgültigen Menschen (NDR, 21. Mai 2016).