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Wie Island die Schuldenkrise überwand | 20. März 2015 | www.kla.tv

vor 4 Jahren
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http://www.kla.tv/5580

Guten Abend, verehrte Zuschauer. Donnerstag vorletzter Woche fällte Islands oberster Gerichtshof ein historisches Urteil. Vier Bankmanager wurden zu Haftstrafen zwischen vier und fünfeinhalb Jahren verurteilt und zwar wegen betrügerischer Marktmanipulationen und Untreue.
Das sind die härtesten Strafen, welche in Islands Justizgeschichte, im Bereich der Wirtschaftskriminalität, je verhängt worden sind. Das Verfahren unter dem Aktenzeichen 145/2014 war aber gerade deshalb historisch und außergewöhnlich, weil sich Bankdirektoren persönlich für die von ihnen veranlassten Betrügereien, mit denen sie Gläubiger, Investoren, Sparer, aber auch die Regierung geschädigt hatten, verantworten mussten und diese nicht auf die Bankinstitute abschieben konnten.
Island stand 2008 vor einem Schuldenberg, der dem 10-fachen des jährlichen Bruttoinlandproduktes entsprach, also in Höhe von 1.000%. Zum Vergleich: Das angeschlagene Griechenland hat heute eine Staatsverschuldung von 175 Prozent des jährlichen Bruttoinlandproduktes. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangten damals von der isländischen Regierung in Reykjavik, dass über den Weg der Einlagensicherung diese Schulden sozialisiert, also auf die isländische Bevölkerung abgewälzt werden sollten.
Dass Reykjavík sich aber dagegen wehrte, war pure Verzweiflung.
„Beim Zweifachen des BIP hätte man darüber vielleicht reden können“, sagte der damalige Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon rückblickend: „Aber eine zehnfache Überschuldung? Da hatten wir keine andere Wahl, als ,Nein‘ zu sagen. Es waren die Schulden, pleitegegangener privater Banken, die diese in EU-Ländern mittels verantwortungslosen und betrügerischen Geschäften aufgehäuft hatten und diese Institute sollten auch dafür bezahlen oder eben pleitegehen“, so der Finanzminister weiter.
Die isländische Regierung konnte damals auch gar nicht anders. Dafür sorgte nämlich das isländische Volk. Die Bevölkerung ging nach dem Crash 2008 auf die Straße. Mit der sogenannten „Kochtopfrevolution“ jagten sie nicht nur die für die Finanzen mitverantwortliche Regierung davon. Mit Hilfe von Dauerdemonstrationen und über Volksabstimmungen stoppten sie anschließend auch noch jeden Versuch, dem Staat auch nur einen Teil der Bankschulden aufzuhalsen. „Kompromisse“ zu Lasten Islands, die von Reykjavík mit den Hauptgläubigerländern, Großbritannien und den Niederlanden, ausgehandelt wurden und vom Parlament abgesegnet worden waren, wurden kurzerhand mit einem Referendums-Nein von sage und schreibe 94 Prozent wieder gekippt.

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von khc.
Quellen/Links:
- http://www.initiative.cc/Artikel/2015_03_14_Island.htm
- http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a2&dig=2015%2F02%2F21%2Fa0156&cHash=01784131a0aa2afc5949628dbd7a3f2e