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Dr. Ewa Dziedzic - „Du brauchst Deine Freiheit und du brauchst Demokratie"

vor 2 Monaten
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In der neuesten Ausgabe unserer Kitchen Talks ist Frau Mag. Dr. Ewa Dziedzic, Bundesrätin der österreichischen Grünen, bei Alexander Stipsits zu Gast.

Sie wurde am 16. Juni 1980 in Polen geboren, kam im Alter von 10 Jahren mit Ihrer Familie nach Wien. Zu dieser Zeit konnte Sie noch kein Wort Deutsch und die Ausgrenzung als Fremde (zb. durch Polenwitze) spürte Sie stark. Ihre Lehrerin erkannte Ihr Talente, unterstützte Sie und mit Hilfe von Förderkursen innerhalb des Regelunterrichts erlernte Sie sehr rasch Deutsch und konnte doch aufs Gymnasium gehen, eine wichtige Bildungscchance, die sehr viele Migrantenkinder heutzutage wegen der Sprachbarriere nicht bekämen.

Nach der Matura entschloss sie sich Philosophie und Dolmetsch Polnisch – Deutsch zu studieren, eine Wahl, die Sie bis heute nicht bereut hat, denn für Sie ist „die Philosophie die Basis für jede politische Auseinandersetzung.“

Im politischen Umgang mit Polen & anderen osteuropäischen Ländern rät Sie der EU in der Umweltpolitik, der Migrationsfrage, bei Menschen- & Frauenrechten und der Rechtsstaatlichkeit klare Grenzen zu setzen und die Zivilgesellschaften vor Ort mit an Bord zu nehmen, um den politischen Druck zu erhöhen, zeitgleich solle man aber mit den osteuropäischen Ländern jedenfalls im Gespräch bleiben.

Eine glasklare Haltung nimmt Sie zum Sterben im Mittelmeer ein: „Wir lassen Menschen im Mittelmeer ersaufen, das ist einer Europäischen Union nicht würdig da wegzuschauen."

Auf die Position der Frau in Österreich, Polen und in Europa angesprochen erklärt Sie: „Die Situation von Frauen ist ein sehr guter Gradmesser dafür ob sich eine Gesellschaft nach vorne oder nach hinten bewege“ und im Moment hätten wir eine reaktionäre-autoritäre Wende, denn die Autorität wäre noch immer das Patriachat.

Für Sie ist Frauenpolitik Gesellschaftspolitik ist und eine politische Querschnittsmaterie ist: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, adäquate Kinderbetreuungsplatze um mehr Vollzeitarbeit für Frauen zu ermöglichen und ein wirksames Vorgehen gegen die Gewalt an Frauen seien wesentlich.

Grüne Politik entstand für Sie aus der Umwelt-, Frauen- & Friedensbewegung heraus, bei den Grünen wäre dann auch rasch eine soziale Komponente dazugekommen.

Dr. Dziedzic erklärt, dass Sie für ein solidarisches Zusammenleben von freien Menschen in einer intakten Umwelt eintritt und dass dies eine Gerechtigkeitsfrage sei und Sie Anwältin für jene sein will, die am stärksten von der Zerstörung der Umwelt betroffen sind. So würden ärmere Menschen viel stärker vom Klimawandel getroffen, dies führe zu globalen Fluchtbewegungen, die soziale Frage müsse man daher weltweit klären, um in einer intakten Umwelt leben zu können.

Dem grassierenden Populismus gelte es etwas entgegenzusetzen, ihr Rezept ist die Bildung der Menschen und sie erinnert, dass die Wissenschaft immer ein gesellschaftliches Korrektiv war und damit eine Bedrohung für den kurzsichtigen Populismus ist, der verkürzte Antworten gibt.

Die Jugend ginge jetzt für eine andere Klimapolitik auf die Straße, da Sie von der Politik erzwingen will, dass diese Ihre Lebensgrundlage sichert, da keine Politik für Sie gemacht würde.

Mit Menschen direkt zu sprechen um sich mit Ihnen persönlich auszutauschen und um Sie zu informieren ist für Sie sehr wichtig und ihr war daher sehr wichtig mit dem "Wiener Streitclub“ eine Plattform für niederschwellige Diskussionen zu schaffen, der 1x im Monat in der Roten Kapelle stattfindet und bei dem es auch explizit darum gehe mit Persönlichkeiten ins Gespräch zu kommen mit denen man ansonsten nicht reden würde.

Ihrer Vorbildwirkung als Politikerin in dieser zerbrechlichen Gesellschaft ist sie sich bewusst und Sie appelliert in unserem sehr temporeichen Zeitalter auch an ihre eigene Partei, dass man die Verantwortung nicht auf das Individuum abwälzen dürfe: „Wir dürfen nicht die Ankläger der Leute sein, wenn Sie etwas falsch machen, sondern Ihre Vertrauensleute“, denn die politischen Rahmenbedingungen müssten passen damit die Menschen Verantwortung übernehmen können (Stichwort Verkehrsbereich: Individualverkehr versus öffentlicher Verkehr). Mit dem Auto zu fahren oder Fleisch zu essen ist auch für Sie als Vegetarierin nicht per se schlecht, denn Sie bringt Respekt für die Entscheidung anderer auf und möchte auch in Zukunft nicht dogmatisch agieren, denn für Sie ist klar:

„Du brauchst Deine Freiheit, du brauchst Demokratie, du musst dich selbst wahrnehmen als Individuum in einer solidarischen Gesellschaft wo Du Verantwortung übernehmen musst, ansonsten funktioniert das Zusammenleben nicht.“

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