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Gerald Grosz Gerald Grosz

Aktuelle Beiträge zum Zeitgeschehen, zur Innen- und Außenpolitik.

Zur parlamentarischen Debatte über die Ehe für Alle

vor 1 Jahr
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Die vornehmste Pflicht des Gesetzgebers ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen eines Landes den Entwicklungen der Bevölkerung anzupassen. Das gilt auch für die Gesellschaftspolitik, ob es einem passt oder auch nicht. Wir leben in Österreich im Jahr 2017, in einem Land wo alleinerziehende Frauen und Männer, Mütter und Väter ihre Kinder aufziehen. Wir leben in einer Zeit, wo wiederverheiratete Geschiedene mit ihren Kindern aus früheren Ehen sogenannte Patchwork-Familien bilden. Wir leben in jener Gegenwart, wo Männer mit Männern und Frauen mit Frauen zusammenleben. Und wir erleben selbstverständlich größtenteils Familien aus Mann und Frau mit Kindern. Und all diese Familienformen einen in den meisten Fällen großartige Werte: Liebe, gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt!
Und nun zu Euch, Ihr Faschingspopperln im Nationalrat, die Ihr Euch das Recht herausnehmt, über die Form der Liebe unter den Menschen Eures Landes zu entscheiden. Ihr obersten Gesetzgeber unseres Landes, die Ihr Euch in doch erklecklicher Anzahl nach den Plenarsitzungen in Wien - fern der Heimat, fern Eurer Ehefrauen und Kinder – spätnächtens in amtsbekannten Lokalen amüsiert, wollt Euch tatsächlich aufschwingen, und die Ehe moralisch verteidigen? Gerade Ihr, gerade Ihr Heuchler, die Ihr Eure Familien mit Füßen tretet und Euch stattdessen die Geilheit Eures politischen Fortkommens aus den Augen trieft? Ihr verteidigt keine christlichen Werte sondern bestenfalls die Befriedigung Eures Ehrgeizes und Eurer liebgewonnenen Freiheiten im fernen Wien! Und ja, die Ehe und Familie braucht Ihr vor Homosexuellen nicht zu schützen sondern bestenfalls vor Eurer Belastungspolitik, die Familienleben in Österreich immer schwieriger macht!
Wer die Beibehaltung des Status quo – nämlich die gesetzlich noch immer einbetonierte Diskriminierung von Menschen in homosexuellen Partnerschaften – mit der erhobenen Moralkeule verteidigt, muss sich schon fragen lassen, wie es denn nun um die eigene Moral steht. Niemand soll in diesem Land wegen privater Angelegenheiten vor den Pranger gestellt werden müssen, diese Zeiten sind Dank aufgeklärter und visionärer Gesetzgeber vorbei. Den Umstand jedoch, dass ein staatliches Institut – und ausschließlich um dieses geht es ja - einer gewissen Gruppe von Menschen in diesem Land de jure nicht zur Verfügung stehen DARF und dies mit moralischen Argumenten begründen zu wollen, ist an Dreistigkeit, Rückständigkeit und geistiger Verwahrlosung schwerlich zu überbieten. Bei diesem Thema geht es schon lange nicht mehr um die Moralvorstellungen verschrobener Parlamentarier, sondern schlicht und einfach darum, verfassungsgemäße Gerechtigkeit herzustellen.
Für die Mehrheit der Menschen in unserem Land ist dies ohnedies kein großes Thema mehr. Denn unsere Mitbürger sind aufgeklärter und aufgeschlossener als deren Gesetzgeber. Daher, kommt endlich Eurer verdammten Pflicht nach und passt die Gesetze unserem Leben an. Dann könnt Ihr Euch wieder um die wahrlich großen Themen kümmern!