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Gerald Grosz Gerald Grosz

Aktuelle Beiträge zum Zeitgeschehen, zur Innen- und Außenpolitik.

Welch Überraschung: Saudi Arabien lässt doch tatsächlich unliebsame Kritiker hinrichten.

vor 7 Monaten
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Heureka, welch große Überraschung! Saudi Arabien, der geglaubte Hort der Demokratie und Menschenrechte, das erdölsprudelnde und waffenkaufende Paradies der Religions- und Meinungsfreiheit, lässt doch tatsächlich unliebsame Zeitgenossen ermorden.
„Skandal!“ schreien die Kommentatoren in den Zeitungen, schockiert zeigen sich die USA und die Europäische Union, verfallen gemeinsam in geheuchelter Hysterie. Genüsslich und subtil zugleich wurde ja bis dato die Tatsache verschwiegen, dass in diesem wunderbaren und friedlichen Land jährlich hunderte Menschen im besten Fall gefoltert, im schlechtesten Fall enthauptet werden. Die freitäglichen Steinigungen waren ja ein Klacks, eine nicht diskutierte Randnotiz.
Auch die Verurteilung von Christen negierte man bis heute, da solche unschönen Tatsachen ja die guten Geschäfte mit Erdöl und Waffen stören könnten. Und über die Terrorfinanzierung schwieg man sich überhaupt aus, da es ja höflich gesagt keinen schlanken Fuß macht, dass man mit unseren Euros und den amerikanischen Dollars die Islamisten brav finanzierte, jene Waffen lieferte, mit denen diese humanen, friedliebenden, herzigen Saudis die Anschläge in Europa planten und durchführten. Das wurde unter dem Titel „vernachlässigbarer Kollateralschaden westlicher Wirtschaftsbeziehung“ elegant zur Kenntnis genommen. Jetzt wurde ein kritischer Journalist mitten in der Türkei, der nächsten friedlichen Insel der islamistischen Seligen, bestialisch ermordert. Da bricht das schön zurecht gezimmerte Bild eines toleranten, liberalen und reformierten Islam rasch zusammen. Da fällt das vom Westen schön zurecht gezimmerte Kartenhaus des reformwilligen Kronprinzen – der nicht umsonst rein äußerlich dem jüngeren Zwilling von Osama bin Laden gleicht – wie ein Besenstiel um und die Erkenntnis wächst, dass die USA und Europa, der nützliche Idiot der Nato, diesen edlen Vertretern des nahöstlichen Humanismus, den Hintern vergoldet hat.
Aber es zeigt sich für das staunende und vielleicht denkende Publikum recht schön, wie billig die in den Sonntagsreden beworbenen westlichen Werte zu kaufen sind, wie günstig unser friedliches Zusammenleben und unsere Gesellschaft verkauft werden. Denn es bewahrheitet sich trotz zum Himmel stinkender, staatlich organisierter Mördergeschichten immer wieder, unablässig sichtbar: Pecunia non olet. Geld stinkt nicht!