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Gerald Grosz Gerald Grosz

Aktuelle Beiträge zum Zeitgeschehen, zur Innen- und Außenpolitik.

Rote Liebesgrüße aus dem Club 55 an Pamela Joy

vor 1 Monat
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Liebe Pamela Joy Rendi-Wagner!
Genossin Parteivorsitzende!
Ich melde mich hier vom neuen Sektionslokal der Salon- und ChampagnersozialistInnen Österreichs, dem elitären Club 55 in St. Tropez. Sie hören richtig, das ist jener mondäne und vornehme Ort, den Sie Ihrer leichtgläubigen Anhängerschaft im Sommer noch als Jesolo verkaufen wollten. Gleichsam einer Metapher steht dieses elitäre Milieu hier für die Heuchelei der Sozialdemokratie: In Österreich öffentlich Wasser predigen, an der Côte D’Azur geheim Champagner saufen. In den linken Zirkeln in Wien vor verhärmtem Rastalockenpublikum vollmundig die Reichensteuer fordern und in St. Tropez in feinem Tuch mit den Milliardären dinieren und feiern. In Ösiland die Mietensenkung fordern und hier ein kleines Vermögen für ein Hotelzimmer verheizen. In der Heimat den Werktätigen mit leeren Wahlkampfversprechen huldigen und hier dem luxuriösen Großbürgertum frönen. Sie wollten Robin Hood sein und sind doch in Wahrheit nur auf den Spuren des großen Gatsby. Frau Pamela Joy, als Mutter Teresa des Proletariats gehen Sie mit dieser Performance nicht mehr durch, eher beeindrucken Sie damit die aus dem Leim gegangenen Nadelstreif-Millionäre in Ihrer Partei, mittlerweile bald mehr als in der Industriellenvereinigung. Gusenbauer, Vranitzky und der Rest der Roletenbande lassen grüßen. Diese Divergenz zwischen Schein und Sein, zwischen den schönen Worthülsen und der schnöden Umsetzung ist der Grund für den Vertrauensverlust in die Sozialdemokratien. Aber Sie plakatieren eben „Menschlichkeit siegt“. Diese kleinen Lügen des Alltags sind auch durchaus menschlich, Ihre politische Botschaft daher mehr als sinnig. Für eine ernstzunehmende Anführerin unseres Landes hätte es aber das Wort „Glaubwürdigkeit“ gebraucht. Bei aller Liebe: Da sind die Radsportprofis beim Doping-Test noch glaubwürdiger. Biblisch gesprochen: Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als ein roter Funktionär wird ehrlich.
Jetzt könnten Sie folgerichtig einwenden: Der Grosz sitzt doch auch dort. Richtig. Nur bin ich nicht der verlogene Vertreter des kleinen Mannes, sondern BIN mit 1,73 der kleine Mann und sende Ihnen meine besten Grüße für den tobenden Kampf um die Lufthoheit der Stammtische.
Wie man hier so schön sagt: Sainté et au revoir.