Auf dieser Website werden Cookies u.a. für Werbezwecke, Zwecke in Verbindung mit Social Media sowie für analytische Zwecke eingesetzt. Klicken Sie bitte hier, um anzuzeigen, welche Cookies eingesetzt werden und wie Sie Änderungen an Ihren Cookie-Einstellungen vornehmen können. Wenn Sie weiter auf der Website surfen, erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies und der Datenschutzrichtlinie einverstanden.

Gerald Grosz Gerald Grosz

Aktuelle Beiträge zum Zeitgeschehen, zur Innen- und Außenpolitik.

Mitterlehners literarische Selbstanklage

vor 1 Monat
0
0
54

Reinhold „Django“ Mitterlehner, der größte ÖVP-Chef aller Zeiten, präsentierte also nun sein epochales Werk „Haltung“.

Er, der Pinky ohne Brain, der ganz knapp die Weltherrschaft verfehlte, legt nun sein Gefühlsleben literarisch verwackelt offen und beklagt sich in jämmerlichem Ton über Lügen, Streit und Intrigen in der Politik. Wenn also der abgehalfterte Hohepriester und Gralshüter einer Streit- und Stillstandskoalition mit Kurzzeit-Kanzler Kern nun ebendiese Zustände in der Politik anklagt, mutet es ja fast so an, als würde ein jahrzehntelanger Nikotinsüchtiger geläutert über Raucher herziehen.

Herr Mitterlehner, ein Zehnerblock beim nächstgelegenen Psychotherapeuten hätte vielleicht mehr genutzt, als das fürchterliche Trauma eines steuergeldfinanzierten Lebens in Buchform darzulegen.

Sie waren das großkoalitionäre Beiwagerl eines Bundeskanzlers von Silbersteins Gnaden, haben für den unerträglichen Stillstand im Land gesorgt. Sie standen politisch in der Nachfolge jener Besitzstandswahrer, denen die eigene Geldtasche immer wichtiger war, als das Wohl der Bevölkerung. Nun kommt es also zur österlichen Erleuchtung und Sie hoffen auf Vergebung durch die jahrelang betrogenen Wähler. Doch zur Vergebung gehört die Buße über das eigene Versagen, doch das findet man in Ihrem Dixi Heftl vergebens.

Herr Mitterlehner, Sie haben versagt und Sebastian Kurz hat Sie folgerichtig wie die Magd vom Hof gejagt. Dieses Schicksal teilen Sie übrigens mit allen Politikern, deren Zeit einfach gekommen ist. Nun hocken Sie verhärmt vor schütterem Publikum der ideenlosen Opposition und machen sich mit ihrem Tagebuch zum Affen für SPÖ, GrünInnen und Co. Sie vergessen aber geflissentlich, dass Sie Zeit Ihres Lebens auf Kosten genau jenes Systems gelebt haben, dessen Zinnen Sie nun sturmreif schießen wollen. Zwei Weisheiten zum Schluss: „eine Hand, die einen füttert, beißt man nicht“ oder „man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.“